Logo Landschaftsverband Rheinland - zur Startseite
Eine Gruppe von Fahrradfahrern fährt im Sonnenschein entlang eines Getreidefeldes.

Biologische Stationen Rheinland

Projekte 2025

Hier finden Sie Informationen zu den ab dem Jahr 2025 umgesetzten Projekten des LVR-Netzwerks Kulturlandschaft (Förderung fand im Vorjahr statt).

Qualifizierung für Streuobstwiesen

Biologische Station Bonn/Rhein-Erft

Bei regelmäßiger Pflege zählen die Streuobstwiesen unserer Region zu den artenreichsten Lebensräumen in unserer heutigen Kulturlandschaft. Kartierungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass dieser Lebensraum weiterhin stark bedroht ist und es massive Pflegerückstände auf den Flächen gibt. In den vergangenen Jahren hat die Biostation dank LVR-Projekten bereits vieles erreichen können und ist auch verstärkt mit den Kommunen ins Gespräch gekommen. Hier sehen die Naturschützer*innen aber noch einen großen Beratungsbedarf und somit auch die Möglichkeit, auf öffentlichen Flächen eine fachgerechte Pflege zu etablieren und zu verstetigen. Im Fokus stehen Neunanlagen der letzten drei Jahrzehnte, deren Zustand bei weiterer Vernachlässigung meist nicht die erhoffte ökologische Qualität gepflegter Altbaum-Flächen erreichen würde.

nach oben


Blühende Landschaften und Hecken

NABU-Naturschutzstation Aachen

Blühende Strukturen haben in unserer Kultur- und Agrarlandschaft schon immer einen besonderen Stellenwert besessen. Landschaftshecken, Obstwiesen, Feldgehölze und Säume sind die prominentesten Vertreter, die nicht nur seit Jahrzehnten einen dramatischen Rückgang erleben, sondern auch in ihrer Ausprägung wortwörtlich beschnitten werden. Diese Elemente sind jedoch von einmaligem Wert für die Biodiversität und die ökologische Stabilität unserer Landschaften. Wie auch im Kulturlandschaftlichen Fachbeitrag zur Landesplanung in NRW des LVR erwähnt, ist der Südosten Aachens („Aachener Münsterländchen“) geprägt von einer kleinteiligen Grünland- und Heckenlandschaft, die für NRW von besonderer Bedeutung ist. Auch in Mönchengladbach (Rheindahlen Land und Wickrath) war ein ehemals engmaschiges Netz aus blühenden Hecken und Wegrainen landschaftsprägend. Diese historisch verankerte, kleinteilige Kulturlandschaft soll durch gezielte Maßnahmen wieder eine Stärkung erfahren.

nach oben


Vielfalt-Entdecker

Biologische Station Bonn/Rhein-Erft

In den letzten Jahren hat sich zwar in der Gesellschaft ein gewisses Umweltbewusstsein etabliert, Klimawandel und Artensterben sind in aller Munde. Auch und gerade bei Kindern ist das Thema präsent (siehe z.B. Eurovision Song Contest Kids Beitrag Deutschland „Save the world for all of us“). Leider steht dem gegenüber, dass das Wissen über die Flora und Fauna im direkten Lebensumfeld nicht zuletzt durch die Digitalisierung unserer Gesellschaft stark rückläufig ist. So erleben viele die Naturwunder fremder Länder auf dem Handyscreen oder über Google earth, kommen aber immer weniger in Kontakt mit der sie umgebenden realen Umwelt/Natur. Auch die jetzige Elterngeneration ist aufgrund der Anforderungen des Arbeitslebens schon weniger mit Natur und Landschaft verwurzelt als die vorherigen Generationen. So leben viele heute in einem anderen Kulturlandschaftsraum, als dem, in dem sie aufgewachsen sind und haben schon daher weniger Bezug zu ihrer Umgebung. Elementare Primärerfahrungen draußen in der Natur, wie das Spielen an einem Bach, das Durchstreifen von Wiesen und Wäldern, der Kontakt zu Tieren auf einem Bauernhof sind aber essentiell, um ein Bewusstsein für Arten und ihre Lebensräume zu entwickeln und ihre Schutzbedürftigkeit zu begreifen. Auch sind diese Erfahrungen ein Quell der Freude und Entspannung. Sie können zu einem wichtigen Baustein der psychischen Gesundheit werden. Diese Möglichkeiten möchten wir auch explizit Menschen mit Behinderung ermöglichen.

nach oben


ArtRaum Eifel & Börde

Biologische Station im Kreis Euskirchen

Die Biologische Station im Kreis Euskrichen betreut seit mehr als 30 Jahren typische bedrohte Arten und Lebensräume, für deren Erhalt der Kreis Euskirchen eine besondere Verantwortung trägt. Im Rahmen seiner öffentlichen Förderung von maßnahmenorientierten Drittmittelprojekten fehlen aber vielfach Mittel, um diese Arten und Lebensräume auch einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Diese Lücke füllt das Projekt ArtRaum in Eifel & Börde aus. Für 20 bedeutende und typische Arten und Lebensräume werden im Rahmen des Projektes künstlerisch hochwertige Gemälde und Zeichnungen erschaffen.

nach oben


Die Rückkehr von Meister Bockert - Biber bildet

Biologische Station Haus Bürgel

Vor mehreren Jahrhunderten schlängelten sich unsere Flüsse wie der Rhein noch natürlich durch unsere Landschaft. Doch im Zuge der Flussbegradigungen wurden viele natürliche Mäanderschleifen weggekürzt und Flussauen trockengelegt. Heutzutage sind nur noch an wenigen Stellen Altrheinarme und Auenlandschaften zu finden. Aus Gründen des Natur- und Hochwasserschutzes sowie vor dem Hintergrund der klimatischen Veränderungen und deren Auswirkungen werden europaweit verstärkt Fließgewässer renaturiert, wie zum Beispiel der Urdenbacher Althrein. Im Jahre 2014 wurde der Sommerdeich an zwei Stellen geöffnet, sodass dieser Altrheinarm wieder in seinem alten Bett fließen kann. Die Urdenbacher Kämpe ist eine der letzten, nicht eingedeichten und somit noch regelmäßig überfluteten Auenlandschaften am Niederrhein. Die regelmäßigen Überschwemmungen sind ein Grund für den hohen Artenreichtum der Urdenbacher Kämpe. Aber auch das Mosaik aus verschiedenen Landschaftsabschnitten wie Wasserbereiche, Auwald, Röhrichtzonen sorgen für große Biodiversität. Neben vielen verschiedenen Arten an Fischen, Amphibien und Insekten entdeckten auch besondere Vogelarten wie Weißstorche, Eisvögel, Silberreiher und Nachtreiher das Gebiet für sich. Aber auch kehrte der Biber im Jahr 2022 natürlich in die Urdenbacher Kämpe zurück. Diese vorher festgelegte Leitart zeigt mit unter die Intaktheit dieser Auenlandschaft auf.

nach oben


Ehrenamt im Naturschutz stärken - Fortsetzung im Südkreis Kleve

Naturschutzzentrum Gelderland

Hintergrund des Projektes ist es, das Ehrenamt im Naturschutz personell zu verstärken wie auch mit tieferem Hintergrundwissen auszustatten. Damit soll das Ehrenamt befähigt werden die Schutzgebietsbetreuung, aber auch die Schwerpunktaufgaben außerhalb der Schutzgebiete im Natur- und Artenschutz sowie zum Erhalt der arten- und strukturreichen Kulturlandschaft, besser und zu deren eigenen Zufriedenheit zu unterstützen. Gleichzeitig soll so einer Überalterung der Engagierten und auch dem Trend entgegengewirkt werden, dass sich immer häufiger Ehrenamtliche nicht belesen genug fühlen, um eigenständig Tätigkeiten zu übernehmen. Neben der personellen Vergrößerung soll das zukünftige Ehrenamt dann befähigt sein, Lücken in den Aufgabenbereichen des NZG und des Naturparkes Schwalm-Nette sowie der kooperierenden Vereine zu schließen und sich im Naturschutz regelmäßig und verlässlich zu engagieren. So können auch ehrenamtlich getragene Projekte (die nur punktuell von Hauptamt begleitet werden können) in eine Nachhaltigkeit und Kontinuität geführt werden.

nach oben


BaumscheibenbotschafterIn (biodivers)

Biologische Station Haus Bürgel

Viele BürgerInnen Düsseldorfs wollen sich für die „Natur vor ihrer Haustür“ einsetzen. Ihr Blick fällt dabei auf Baumscheiben, welche häufig genug die letzten freien und unversiegelten Bereiche im öffentlichen Raum darstellen, um sich hier für Umweltschutz und für eine „bunte und lebendige Nachbarschaft“ einzusetzen. Wir haben beobachtet, dass etliche Engagierte in bester Absicht sich von vermeintlich „insektenfreundlichen“ Pflanzenangeboten beirren lassen und damit ungeeignete Unterpflanzungen, zum Teil sogar baumschädigende vornehmen. Im wohlgemeinten Ordnungswahn vernichten sie leider auch nicht selten den zuvor vergleichsweise artenreichen „Wildwuchs“. Andere wollen zwar aktiv werden, ihnen fehlt jedoch noch der letzte Anstoß. Diese engagierten BürgerInnen Düsseldorfs wollen wir mit dem Projekt nicht nur thematisch, sondern praxisnah an Ort und Stelle abholen und dabei unterstützen, eine biodiversitätsfördernde Unterpflanzung des vorhandenen Stadtbaums auf einer Baumscheibe vorzunehmen.

nach oben


Projekt Passer - der Feldspatz sucht seinen Platz

Biologische Station Krickenbecker Seen

Die West- und mitteleuropäische Kulturlandschaft erlebt seit Jahrzehnten einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt. In den 1960er Jahren setzte eine landwirtschaftliche Intensivierung mit einem erhöhten Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, einer Ausdehnung von Monokulturen sowie einem gleichzeitigen Verlust an Extensiv-Strukturen wie Brachen und Niederhecken ein. Infolgedessen hat der sogenannte „Common farmland bird indicator“ Europas, also ein Maß für die Bestandssituation der europäischen Feldvögel, seit 1980 um über 60 % abgenommen. Der ehemals verbreitete Feldsperling ist ein typischer Bewohner unserer rheinischen Kulturlandschaft, doch seine Bestände brechen ein. Daher möchten die BSKS und der Naturpark mithilfe von ehrenamtlichen Feldsperlings-Patenschaften eine wichtige Initiative zu seinem Überleben am Niederrhein ergreifen.

nach oben


Bergische Heideterrasse zwischen Hilden, Solingen und Langenfeld - Barrieren abbauen für Mensch und Natur

Biologische Station Mittlere Wupper

Der Klimawandel und die damit verbundenen rasanten Veränderungen von Standortbedingungen stellen für Tier- und Pflanzenarten eine große Herausforderung dar. Besonders betroffen sind hierdurch Arten klimasensibler, wassergebundener Biotoptypen. Hierzu zählen unter anderem zahlreiche Lebensräume der Bergischen Heideterrasse, wie Moore, Feuchtheiden, Bruch- und Moorwälder. Extreme Wetterereignisse, wie Dürre, Extremhitze, Sturm oder Starkregen, wie sie durch den Klimawandel vermehrt auftreten, können hier zum Erlöschen der Populationen seltener, bereits heute stark gefährdeter Arten führen. Daher ist ein prioritäres Ziel dieses Projektes, Tier- und Pflanzenarten, deren Populationen durch Extremwetterereignisse und Änderungen im Wasserhaushalt besonders gefährdet sind, zeitnah aus den noch von ihnen besiedelten Lebensräumen auf weitere geeignete Biotope der Bergischen Heideterrasse im Rahmen von Wiederansiedelungsmaßnahmen auszubreiten und das potenzielle Erlöschen wertgebender Arten durch die Stärkung und breitere Streuung der Populationen zu verhindern.

nach oben


Bergische Kommunen – gemeinsam stark für Biodiversität

Biologische Station Rhein-Berg

Grün- und Freiflächen in Siedlungsbereichen bieten ein hohes Potential für einen kommunalen Beitrag im Bereich Biodiversitätsförderung und der Kulturlandschaftspflege, indem notwendige Pflegemaßnahmen naturschutzgerecht und zukunftsorientiert gestaltet werden. Die Folgen der Biodiversitätskrise wirken sich auch auf den ländlichen Raum aus und stellen die bergischen Kommunen und Kreise vor neue Herausforderungen. Dies macht sich bereits seit Jahren in dem erhöhten Aufkommen an Beratungsanfragen zu biodiversitäts- fördernden Maßnahmen bei den Biologischen Stationen Rhein-Berg und Oberberg bemerkbar. Die Biologischen Stationen haben jahrelange Erfahrungen in der praktischen Umsetzung von Maßnahmen (auch im Rahmen von LVR-Projekten) zur Anpassung und Aufwertung von Grünflächen hinsichtlich dieser Themen entwickelt, z. B. trockenheitsresistente Pflanzungen mit heimischen Wildstauden etc. Dieses Wissen konnte bisher aus Kapazitätsgründen nur eingeschränkt an einzelne Dörfer oder Kommunen weitergegeben werden, da der hohe Beratungsbedarf deutlich über die zur Verfügung stehenden Ressourcen hinausging.

nach oben


Beinbrech und Läusekraut - Vermehrung ‚Rote Liste‘-Arten in Bergischen Heide-Moor-Schutzgebieten

Biologische Station Oberberg

Um dem Artensterben entgegenzuwirken, müssen vor allem die Arten geschützt werden, die früher häufig waren, oft bedingt durch Landnutzungsformen, die heute nicht mehr praktiziert werden, aktuell aber nur noch vereinzelt vor allem in Schutzgebieten vorkommen. Die Biologische Station betreut viele dieser Flächen und führt dort Artenschutzmaßnahmen durch, indem sie die historische Landnutzung nachahmt. Einige dieser Flächen sind noch sehr artenreich, andere wurden erst in den letzten Jahren wieder zu einem für diesen Biotoptyp typischen Lebensraum entwickelt. Beispielsweise wurden Fichten aus den Flächen entfernt oder Entwässerungsgräben verschlossen. So gibt es Schutzgebiete, die sich zwar jetzt in einem guten Pflegezustand befinden, aber nicht mehr die Anzahl an Pflanzenarten aufweisen, die eigentlich für diesen Biotoptyp typisch sind. Die Potenziale der Schutzgebiete für den Erhalt dieser, teils auf der Rote Liste stehenden Arten, wird folglich nicht ausgeschöpft. Durch das Sammeln von autochthonem Saatgut, die Anzucht und das Ausbringen von Pflanzgut der spezialisierten Rote-Liste-Arten kann die typische Pflanzengemeinschaft der Standorte angereichert werden und ein weiterer Rückgang der Artenvielfalt auch in Hinsicht auf die auf diese Pflanzen angewiesene Tierarten verlangsamt oder verhindert werden. So sollen Standorte, an denen die Pflanzen noch vorkommen gestärkt werden und Standorte, an denen das Vorkommen der Arten nur historisch belegt ist, wiederangereichert werden.

nach oben


Trittstein Friedhof - die Bedeutung von Friedhöfen im Biotopverbund der Großstadt

NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln

Die Stadt Köln ist Eigentümerin von 484 Hektar Friedhofsfläche, verteilt auf 55 Friedhöfe. Damit umfassen sie eine größere Fläche als die 15 kleinsten der insgesamt 22 Naturschutzgebiete auf dem Stadtgebiet zusammengenommen. Ihre Verteilung im Stadtgebiet und ihre Einbindung in das Kölner Grünsystem stellen ihre Bedeutung als Trittsteine und Verbindungsstrukturen im Biotopverbund heraus. Auch ihr Alter macht sie wertvoll für den Naturschutz. In der von Ausbeutung von Bodenschätzen, Abholzungen im Zuge des Krieges und landwirtschaftlicher Nutzung stark beanspruchten Landschaft Kölns sind selbst die meisten Naturschutz- und Waldgebiete erst vor wenigen Jahrzehnten aus der – teilweise intensiven – Nutzung entlassen (bspw. Kiesgruben). Demgegenüber dürften die meisten Friedhöfe 100 Jahre und deutlich älter sein, ggf. mit Ecken, die schon lange sich selbst überlassen sind, und Bäumen von beträchtlichem Alter. Das Potential der Friedhöfe als Trittsteine und Rückzugsräume für die Stadtnatur ist dem NABU Stadtverband Köln nicht entgangen. Auf einigen der großen Friedhöfe (insb. Melaten und Westfriedhof) ist der NABU daher schon länger in Kooperation mit der Stadt ehrenamtlich aktiv, sowohl im praktischen Naturschutz, als auch in der biologischen Erfassung von Artengruppen (insb. Vögel). Diese ehrenamtliche Leistung ist über die Jahre gewachsen und hat sich verstetigt. Es konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt und Beziehungen zu Entscheidungsträger*innen und Umsetzenden gebildet werden.

nach oben


Besuchen Sie auch die anderen Projektseiten des LVR-Fachbereichs Regionale Kulturarbeit: